F-100: Der fliegende Handstaubsauger

22.12.2021

Ja. Die Ähnlichkeit ist frappant:

Die Hun ist auch so einer: Einer dieser eigentlich hässlichen Charakterflieger die irgendwie genau darum ihren Reiz auf mich ausüben. Schon lange faszinierte mich dieses graue Entlein aus dem Hause North American (n.b.: Es ist lustig, wie der Eigenname dieses Herstellers in Dokumentationen immer wieder beschreibend als “die nordamerikanische F-100” übersetzt wird…). Als dann Flex mit ihrer 90 Millimeter Version auf den Markt kam, wurde ich schwach und meinem Vorsatz keine Schaumjets mehr zu kaufen doch wieder untreu….

Bilder: Nasa, US Airforce

Kürzlich tauchte im RC-Network wieder einmal die Frage auf, ob den nun inzwischen “Einer” diesen Flugschaum gekauft und geflogen hätte und berichten könnte.  Hatte ich beides und so fasste ich kurz entschlossen meinen Eindruck in Worten zusammen, die ich hier gerne auch wiedergeben und ergänzen will:

Also, ich will mich kurz zur Flex F-100 äussern, auch wenn ich nicht die Kapazität für Schaumjets bin.

Die F-100 fliegt, und das tut sie ganz anständig. Unkritisch und man kann sie problemlos sehr langsam machen. Ja, Scale-Sabredance ist möglich. Vom Flugspass her ist’s ein typischer Foamie. Ganz OK, aber nicht vergleichbar mit meiner Sebart Mini Avantis S oder meiner TB Cougar. Beides auch 90er Impeller, aber nicht Schaum. Die fliegen einfach anders. Leider habe ich als Linuxer seit – hmmm… – 25 Jahren kein Windows mehr im Haus und konnte damit den eingebauten Kreisel nicht auf Jeti umprogrammieren (grmpf!). Ich habe dann einen herum liegenden Rex10 Assist eingebaut. Der kann das ja auch. Sie fliegt aber auch ohne Kreisel problemlos.

Die Flugzeit ist bei mir mit 4-5 Minuten eher leicht Unterdurchschnittlich (5 Ah Akkus). Sie ist kein Renner, aber Leitungsmässig problemlos unterwegs. Was sehr cool ist, ist das neue Flugbild am Himmel. Das ist auch einer der Gründe warum ich mir die “Hun” beschafft habe: Nicht nur weil mir der fliegende Handstaubsauger eben seit je her gefällt (seit dem Buch von Kurt Schreckling?), sondern weil es auch ein frisches Bild am Himmel ist und nicht die hundertste Inkarnation einer F-16, F-4 oder Viper.

Das Hauptfahrwerk ist in Ordnung und meiner Meinung nach problemlos Rasentauglich. Das Bugfahrwerk ist von der Sorte “nach der Landung zurück biegen”. Ich seh’s positiv: Was sich biegt, das bricht nicht. Das Doppelrädchen am Bug ist sehr klein. Auf unserem Textilbelag hat das im wesentlichen zur Folge, dass sie nicht sehr spurtreu ist.

Sie ist wirklich sehr schnell und problemlos zusammengebaut. Qualitativ gibts sicher Luft nach oben. Auch für einen Foamie. Aber Hand aufs Herz: Von nahe sehen sie alle nur in unterschiedlichen Graden “Mässig” aus – aber in der Luft sieht es keiner mehr.

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