Segelfliegen im Hahnenmoos 2025

23.01.2026

Leider ist die letztjährige Modellfliegerschnauzferienwoche von Topper und mir ersoffen. Sie ist dem schlechten Wetter im reservierten Zeitraum zum Opfer gefallen. Auch sonst war das Wetter immer wieder mau, so dass wir es auch sonst nicht gross zusammen in die Berge oder auf den Flugplatz geschafft haben. Da herrschte keine Freude. Darum gibt es jetzt an dieser Stelle halt einen etwas monothematischen Segelfliegerbilderflugbericht des Jahres 2025 aus dem Hahhenmoos. Bilder vom Flachlandfliegen 2025 habe ich ja schon gezeigt.

Auf besagtem Modellfliegerpass war meine Woche im 2025 nämlich umso mehr eine pure Freude! Selten hatten wir so ungewöhnliches wie auch fast durchgehend gutes Flugwetter. Es herrschten konstant westlich beeinflusste Windverhältnisse. Wer das Hahnenmoos kennt, weiss, dass sich auch bei westlichen Wetterlagen üblicherweise spätestens im Verlauf des Mittags ein Talwind einstellt, der von Adelboden her via Geils über den Pass bläst, und so der Schalmigrat (siehe Bild unten) zuverlässig auf der Ostseite beflogen werden kann. Der nur fünf bis zehn Minuten entfernt gelegene Hang ist dann jeweils dicht besucht. Die maximale Überhöhung ist zwar meist mit 100 bis 150 Metern erreicht. Dafür kann man trotz minimalem Zustieg vor wundervoller Bergkulisse, und durch die steil abfallende Ostflanke mit viel Luft unter den Schwingen, mit der Sonne im Rücken fliegen. Ich gehöre nicht zu den üblichen Schalmitätigen. Eher bin ich dann am weniger stark bevölkerten oberen Bänkli mit kleinen und leichten Fliegern anzutreffen. Vom Ahi über DLGs bis zum Orca, reicht dort das Spektrum des geeigneten Flugmaterials. Auch das Luegli, circa eine Stunde Fussmarsch entfernt, profitiert üblicherweise von dieser lokalen Wetterentwicklung mit dem Adelbodner Talwind. Mit viel Thermikeinfluss sind im Luegli der Überhöhung jedoch fast nur durch die Augen Grenzen gesetzt. Die dortige Landesituation wird von vielen Fliegenden als sehr angenehm empfunden. Deshalb ist auch das Luegli häufig sehr gut besucht und der Luftraum recht voll.

Übersicht über die verschiedenen Fluggebiete im Hahnenmoos. (Bild: Eigene Grafik auf Basis einer Karte von Swisstopo)

Ich fliege am liebsten am Lavey. Ich mag das fliegen vor dem tausend Meter abfallenden Simmental. Der Aufstieg zum Grat ist zwar mit knapp 30 Minuten relativ kurz, aber steil und im wahrsten Sinne des Wortes Atemberaubend. Nicht wegen der Aussicht. Der Lavey funktioniert nicht jeden Tag. Mit dem fehlenden Talwindsystem braucht er die Sonne, die mit genügend Kraft in den kurzen, steilen Kessel scheinen muss. Auch wird das Landen dort von den Meisten als anspruchsvoll empfunden. Aus diesen Gründen ist der Lavey meist nicht ganz so voll wie das Luegli oder der Schalmi. Mir liegt das Landen am steilen Hang recht gut.

In eben diesen Hahnenmoosferien 2025 funktionierte dieser Lavey Grat fast jeden Tag wunderbar. Nur gerade an einem Tag war Pause angesagt. Nun also Bilder, die an besagtem Grat entstanden sind.

Ein typisches Lavey Bild. Die weiss blendenden Orchideen liegen ausgestreckt in im rückwärtigen Raum in der Sonne, während sich die Piloten und Fotografierenden am Grat tummeln.

Bilder oben: Fliegen am Lavey.

Zu meinen üblichen zwei Fliegern habe ich täglich auch den Spiegelschletzer mitgenommen. Je nach Kombination waren das 20 bis 25 Kilogramm Gepäck. Damit war dem Wortbestandteil «Sport» in der Bezeichnung unseres Hobbys «Modellflugsport» auch Genüge getan.. Womit ich hart an einen Isone Flashback war. Nur dass ich dabei nicht rennen und laut singen musste 😆

Der Rucksack gepackt mit Essen, Trinken, Werkzeug und Akkus, die LS6 und die Ikura zusammen mit der Fernsteuerung und der Kamera vor dem oberen Baulokal bereit zum Schultern und Abmarsch in Richtung Lavey.

Meine ASW 15 und die LS6 oben auf dem Lavey. Im Hintergrund eines der Bauprofile für den an dieser Stelle geplanten alpinen Solarpark. Damit würde das Modellfliegen am Lavey, dieser Wiege des hochalpinen Modellsegelfluges, wohl vorbei sein.

Ich bin nicht nur viel geflogen, sondern habe auch viel fotografiert. Zu einem guten Foto gehört jedoch nicht nur der Mensch hinter der Linse, sondern auch – und vielleicht sogar primär – ein entsprechender Flugstil. Hier finden sich also vor allem Bilder von jenen Leuten, die es verstanden haben, ihre Orchideen fotogen vorbeigleiten zu lassen 😏

Starten wir mit Danis Diana. Ein bisschen eine Rampensau. Dafür hat es viele wirklich gute Bilder gegeben. Was mir besonders gefällt ist das Büro mit dem Piloten. Das wirkt einfach gleich ganz anders als all die Geisterflieger! Aber seht selbst:

Der typische Start am Lavey geht in nordwestlicher Richtung über die steil abfallende Kannte in den Kessel. Nicht immer liess dies der Wind zu, so dass manchmal auch hintenrum in Richtung Geils (südost) geworfen wurde, um dann hoch über dem Skilift ins Simmental und in den Lavey Kessel zu traversieren:

Auch auf dem Bild: Lugeli (grüner Grat oben links), Schalmi (grüner Grat bei den Anlagen rechts der Bildmitte), Bänkli (gleich unter den Anlagen am Weg, Leute am Startplatz sichtbar). Der Metsch und der Schilift sind am Bildrand rechts angeschnitten.

Keiths JS3 zauberte mit ihrer perfekt geschwungenen Eleganz epische Bilder in die Berge:

Leider fliegt die JS 3 ohne Personal. Gerade auf dem letzten Bild sieht man, was bei einem solch eindrücklich real erscheinenden Bild für die Perfektion noch fehlt.

Benis ASW 17 vor dem Tierberg gekonnt in Szene gesetzt:

Chris’ LS10 ist auch eine Augenweide. Auch ohne Pilotin.

Häufig sind im Hahnenmoos an den einzelnen Hängen mehrere zehntausend Franken an Flugmaterial versammelt. Unten im Bild die Bande vom Lavey mit gut 50 Metern Spannweite… 🫣 (Das Foto dürfte der Leserschaft des Aufwind Magazins bekannt vor kommen.)

Sekunden nach diesem Foto: Alle rennen ihren Hüten im Wind nach…

Am Morgen und am Abend ist auch direkt vor dem Hotel reger Flugbetrieb. Gleich nach dem Morgenessen, zum Aufwachen, mit dem DLG den noch zaghaften Aufwind ausnutzen, bevor die grossen Flieger für den Tag aufgerüstet und bereit gemacht werden…

…oder nach dem Abendessen nochmals eine halbe Stunde fliegen. Die Stimmung wird dabei mit der zunehmend tiefer stehenden Sonne immer malerischer und mystischer.

Leider gehört es zum Schicksal der Fotografierenden, dass sie selbst unsichtbar bleiben. Irgendwer hat dann aber doch noch meinen Fotoapparat geschnappt, und so kann ich diesen Bericht zufrieden mit einem Bild von mir abschliessen.

Bis bald wieder! Dort wo warme Luft etwas gutes ist 😉

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