Haifisch (F3J)

20.02.2004

Nachdem ich im Frühling und Sommer 2002 wieder viel mit meinem damals schon recht betagten HLG geflogen bin, wollte ich ein etwas besseres Geschütz zum Segelfliegen konstruieren. Heraus kam ein F3-j ähnlicher Segler mit folgenden Eigenschaften:

Spannweite 220.5 cm
Länge 96 cm
Gewicht 450 g Rohbau, 800 g Flugfertig
Tragflächen-Inhalt 32.13 qdm
Flächenbelastung 25 g/qdm
Tragflächen-Profil SD 7037

Technische Daten des Haifisches

Die Pläne können im Download Bereich herunter geladen werden.

rumpf fluegel

Der Haifisch entpupte sich als konstruktiver Volltreffer. Seine Flugeigenschaften sind sehr gut und sein Erscheinungsbild gelungen. Bereits bei leichter Thermik oder wenig Wind am Hang, kann er gut oben bleiben. Er ist für mittlere Windstärken ausgelegt und kann zügig geflogen werden wobei er sehr sauberes Gleiten an den Tag legt. Das filigrane Aussehen soll nicht täuschen: Mit zusätzlichem Balast sollte er auch etwas stärkere Windlagen am Hang meistern können, wobei dann etwas kräftigere Servos bei Querrudern nicht schaden dürften..

Gesteuert wird er über Seiten-, Höhen- und Querruder. Für einen sauberen Kurvenflug braucht es sowohl Seiten- als auch Querruder. Zum Landen oder zum fliehen vor Hammerthermik können die Querruder nach oben gefahren werden, wobei die Wirkung hilfreich aber eher bescheiden ist.

Jedem, der einen handlichen Allround-Segler sucht kann ich den Nachbau des Haifisches nur empfehlen!

Weitere Berichte

Fotos

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Der “HLG”

19.02.2004

Es war einmal… Lange Zeit ist vergangen, seit ich beim Kö Modellbau in Zürich den DISCO Bausatz erstand. Der Disco ist ein HLG aus dem Hause Robbe. Doch vieleicht sollte ich erklären was ein HLG ist:

HLG ist eine Abkürzung und steht für Hand Launch Glider. Eine Wettbewerbskategorie, die anfangs der 90er Jahre von den USA nach Europa überschwappte. Einige mögen sich vieleicht an Designs und Namen wie “Kastaway” oder “Tercel” erinnern. Gemeint ist damit ein kleiner, leichter und deshalb handlicher Segler mit bis zu 1.5 m Spannweite. Diese Konstruktionen sind (waren) vorwiegend aus Balsa und wiegen so um die 300 – 350 Gramm. Getsteuert über Seiten- und Höhenruder werden sie eingestzt um Thermik zu suchen – möglichst lange oben zu bleiben.

Und eben so einer war mein Disco. Seine Spannweite lag etwas unter dem zuläsigen Höchstmass. Der Holzbausatz war schnell gebaut, doch leider genauso schnell wieder in Stücke zerlegt. Die Konstruktion scheint meinen Start und Fluggewohnheiten nicht gewachsen zu sein. Ohne Crash zerstöre ich den Rumpf bein ersten rechten Wurf.

hlg-rumpf
Einer der Rümpfe meines “HLG”s.

So. Da muss also Ersatz her. Und weil die Fläche auch einen etwas labilen Eindruck macht baue ich einen Ersatzrumpf nicht nur nach meinen Vorstellungen von Form und Stabilität, sondern auch so, dass er einen einmeterfünfzig Flügel vertragen wird.

hlg-old
“Der” HLG noch mit Disco-Fläche und dem ersten Eigenbaurumpf.

Der Aerodynamisch gute Flügel des Disco leidet allerdings früher als erwartet unter dem Fuss meines Bruders. Mit gequetschten Rippen fliege ich ihn noch den Sommer lang bis dann meine eigene Fläche mit nunmehr 155cm Spannweite fertig ist.

Diese, mit einem E-193 profilierte, Fläche kann jedoch Aerodynamisch nicht mit der Originalfläche mithalten. Die falsche Profilwahl rächt sich. Erst Jahre später, mit viel Blei, erhöht sich die Grundgeschwindigkeit so, dass das Profil vernünftig arbeitet und einigermassen segelt.

So machts aber Spass! Nachdem ich das V Leitwerk verkehrt herum anlenkte musste ein neues her. Dessen Grösse erscheint für viele ein bisschen gross. So fliegts aber genau nach meinem Geschmack und es wendet auf einer Jasskarte. Bei etwas Wind an meinem Haushang macht das Ding richtigen Spass!

Inzwischen hatte mein HLG schon so viele Dienstjahre und Bruchlandungen Auf dem Buckel, dass sich jedes Foto lohnt – man weiss nie bei welchen Wurf der Flieger desintegrieren wird…

Im Januar 2003 schaft es mein braver HLG sogar bis zum Fotomodell: Er wird Poster in der Januar Ausgabe 2003 der Zeitschrift Aufwind. Der Sommer 2004 sollte für ihn aber das letzte Lebensjahr werden. Auf dem Balmberg im Jura ereilt ihn das Schicksal des Fötzelitodes nachdem er mit voller Wurfenergie in einem Stacheldraht hängblieb.