Milan

Ein guter alter Zweiachser, denn mann auch während dem Essen fliegen kann – so einer fehlte mir noch (oder inzwischen?). Dies ist die Geschichte, wie ich dieses Manko zu beheben such(t)e.

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Spannweite 150 cm
Länge 84.5 cm
Gewicht ca. 430g Flugfertig
Tragflächen-Inhalt 22 qdm
Flächenbelastung 20 g/qdm
Tragflächen-Profil SD 7037

Technische Daten des Milans

Am 12. Juni 2005 konnte ich den Milan endlich fertig stellen. Die letzten zwei Wochenenden habe ich im wesentlichen mit Bespannen vebracht. Aber es hat sich gelohnt, der Milan gefällt mir sehr :-)

Am 19. Juni 2005 war es so weit: Der Milan hat seinen Erstflug absolviert. Seine Flugeigenschaften sind so wie sein Flugbild – gradios. Er fliegt sehr gutmütig und stabil, hat einen sehr grossen Geschwindigkeitsbereich und geringen Widerstand. Im Sturzflug nimmt er schnell fahrt an und kann diese gut behalten und auch wieder in Höhe umsetzen. Auch auf Aufwinde spricht er sehr gut an. An diesem Tag bin ich in vier Flügen insgesammt 4 1/2 Stunden Geflogen, davon die letzten 3 1/4 am Stück. Nur das landen wird schwierig; Ich habe 20 Minuten geübt bis er endlich unten war. An den Boden Drücken geht nicht, dabei wird er einfach zu schnell…

Flugeingenschaften

Looping
Geht ohne Ende. Von von Loopings in Visitenkartengrösse bis sehr gross und Majestätisch ist alles Möglich. Die schönsten Loopings gibts wenn mann an der Sichtgrenze bis ganz herunter ansticht und ein paar riesige Loopings aneinander hängt. Quasi die Lieblingsfigur des Modells.
Rückenflug
Klappt gut, muss aber etwas aktiver gesteuert werden.
Trudeln
Geht ohne Seitenrudereinsatz nicht. Je nach dem wie schnell mann sich an den Stall herantastet nimmt er einfach die Nase runter oder geht in einen stabilen Sackflug über. Mit Seitenruder lässt sich das Modell in eine Vrille bingen und halten. Beim Nachlassen stopt die Drehung sofort. Für eine saubere, stabile Vrille braucht es etwas Gefühl am Seiten- und Höhenstuer damit aus der Vrille nach ein paar Umdrehungen nicht einfach Loopings werden.
Aussenlooping
Mit genügend Fahrt möglich.
Kreisen und Geradeausflug
Wie auf Schienen.
Rollen
Zweiachsertypische Fassrollen.
Schnellflug
Das Modell ist sehr wiederstandsarm und baut schnell Geschwindigtkeit auf, wie ich das noch nie bei einem HLG gesehen habe. Strukturell treten keine Probleme auf, so dass es bei stärkerem Wind Problemlos einiges an Zusatzgewicht verträgt. Davon profitiert vorallem die Penetrationsfähigkeit.
Wendigkeit
Extrem. Bereits mit wenig Ausschlag kann man Ecken fliegen :-)
Thermik-Empfindlichkeit
Schlägt die Höllein Libelle im Vergleichsfliegen ;-)

Wäre nicht der etwas aufwändige Aufbau, wäre der Milan der Anfängerflieger (sofern man mit den maximalen Ruderauschlägen zurückhaltend ist). Die Steuerreaktion ist sehr direkt und unverzögert. Kurz: Ein Modell zum oben bleiben, rumsauen und gern haben :-)

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Der Milan bei seinem Erstflug auf dem Eggli SZ.

       

Konstruktion und Bau

Die Konstruktion und Bauweise des Milan ist im Wesentlichen konventionell in Holz gehalten und der gewohnten Bauweise der Vorgänger Haifisch und Milan folgend. Eine konstruktive Neuheit ist das Pendel Höhenleitwerk, welches wesentlich zum Erscheinungbild aber auch zum Gewicht des fertigen Fliegers beiträgt.

Flügel

Das Tragwerk des Milans ist eine Rippenkonstruktion nach dem bekannten Muster welches mit dem Haifisch eingeführt wurde. Eine ausführliche Beschreibung meiner Bauweise findet sich im Technischen Bereich unter Rippenflügel.
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Die wesentlichen zwei Merkmale sind:

Durch die leicht nach vorne gepfeilten Tragflächen und die im äusseren Bereich stark angewinkelten Flächen verlagert sich der Druckpunkt in Schiebelagen nach vorne in Richtung Nase und Schwerpunkt, was Auswirkungen auf die Mommente und die Stabilität um die Querachse haben wird (tendeziel geringere Stabilität, und aufbäumendes Momment). Ob und wie sich diese Eigenschaften Im Flug bestätigen und auswirken, wird sich zeigen.

 

Leitwerk

Ein weiteres spezielles Merkmal ist das Kreuzleitwerk. Das Seitenleitwerk ist in konventioneller, gedämpfter Bauweise erstellt und nimmt die Mechanik für das Pendel-Höhenleitwerk vollständig in seinem Inneren auf. Die links/rechts geteilten Höhenflossen befindet sich, etwa 5 Centimeter angehoben, in der unteren Hälfte des Seitenleitwerks. Die beiden Teile werden auf einen 3 mm Kohlestab, welcher gleichzeitig als Achse und als Kraftübertragung dient, aufgeschoben. Die Drehbewegung um die Höhenruder-Querachse wird durch einen GFK Hebel vom Bowdenzug über einen, parallell zur Drehachse zurückversetzten, 0.8 mm Stahlstab auf die Höhenflossen übertragen.

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Rumpf

Der Rumpf ist die klassiche Kastenkonstruktion. Sie unterscheidet sich nur von den üblichen Bausatzfliefer in dem ich viel grössere Dreiecksleisten verwende, damit ich den Rumpf auch sauber verschleifen kann. Etwas Glas und Kohle an den neuralgischen stellen hilft bei geringem Gewicht trotzdem die geforderte Alltagsfestigkeit zu erreichen.

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