Abdruck einer Sternschnuppe – wie die P-80 Form entsteht

03.03.2018

Langsam, ganz langsam gehts weiter mit meiner P-80. Die Kabinenhaubenform ist geglast und gespritzspachtelt. Von dieser werde ich später die Kabinenhauben tiefziehen. So ist der Plan. Zuvor habe ich sie aber fürs Abformen mit Plastilin und zwei Holzzapfen auf dem Rumpfrücken fixiert. Die Haube mit Rahmen und Streben wird also mit dem Rumpf mitabgeformt. Damit später bei den Rumpfrohlingen klar ist wo die Haube heraus zu trennen ist, habe ich den Capot-Rahmen mit Aluklebeband imitiert. Die Oberfläche der Haube ist damit nicht so spiegelglatt wie der Rest des Rumpfes. Es ist aber eine einfache und effiziente Methode die Streben anzudeuten und auch gleich eine praktische Gelegenheit mal diese Technik auszuprobieren. Aus Papier habe ich dazu passende Schablonen angefertigt und so lange angepasst, bis die Konturen stimmten.

Danach folgte das Einpassen des Urmodels in die Trennebenen. Aufgrund der mitangeformten Lippen der Lufteinläufe muss ich die Form zwangsweise vierteilig aufbauen. Zuerst wurde also der “erste Quadrant”, die rechte Hälfte der Nase, abgeformt. Aus einem mir unerklärlichen Grund hatte ich nur Formenharz mit bloss 15 Minuten Topfzeit zuhause. Wie gut das geklappt, hat wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist mir der erste Ansatz im Becher tatsächlich nach gut einer Viertelstunde thermisch durchgegangen. Nach dem Entfernen der ersten Trennebene sah das Resultat aber gut aus.

Für den zweiten Quadranten, die rechte hintere Rumpfhälfte, habe ich mir aber neuen Härter mit 90 Minuten Topfzeit besorgt. Damit ging es wesentlich entspannter zur Sache. Die auf der Trennebene mit einem Pfeil markierten Fix-A-Form Gewindehülsen dienen nicht dem verschliessen der Form, sondern dem Öffnen derselben (3. Bild). Auf der Gegenseite dieser Hülsen kommen nämlich nicht die glatten Hülsen als Gegenstücke zu liegen, sondern kleine Metallplättchen. Zum Öffnen der Form können damit einfach Schrauben in diese Sacklöcher eingedreht, und die Form damit quasi “aufgestemmt” werden.

Die Trennebene liess sich gut entfernen und das Resultat sieht ganz OK aus, auch der Nasenbereich, mit dem etwas hastig aufgetragenen Formenharz. Nur beim Seitenleitwerk hat sich die Trennebene scheinbar etwas verformt und eine kleine Treppe mit dem Plastilin am Formenrand gebildet.

Es ist schon ein rechter Aufwand so eine Form für einen GFK Rumpf zu bauen. Aber es macht Spass und ich bin guter Dinge bald die ersten Probestücke aus der fertigen Form ziehen zu können! Weil Topper nicht so ganz zu frieden mit unserer Arbeit war, haben wir diese Woche noch eine neue Ladung Flächenkerne geschnitten. Er hat nun eine sauberere Dickenverteilung hineinkonstruiert als ich das getan hatte. Zudem haben wir, im Sinne eines freundlicheren Langsamflugverhaltens, die recht stark zugespitzen Flächen um zusätzliche -1.5° geschränkt. Die Schränkung beträgt nun (mit den -0.7° von der Wurzelrippe zum Ende des ersten kurzen Trapezes am Rumpf) total -2.2°.

So langsam können wir uns Gedanken zur Bemalung unserer Schnuppen machen. Orange ist bei mir wie immer hoch im Kurs. Vielleicht so etwas? Aber auch die ganz klassische silbern-rot-blaue Bemalung gefällt mir gut.

Aber immer nur her mit anderen Ideen! 😁

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