Konstruktion und Bau des Haifischs

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Konstruktion

Nachdem ich nun fürs Bau-Wochenende gerüstet war, begann ich Zuhause sofort mit Zeichnen und Konstruieren. Das SD-7037 als Flügelprofil war mir schon früher aufgrund seiner geringen krittischen RE-Zahl und der guten allround Eigenschaften ins Auge gestochen. Der Flügel sollte relativ gestreckt ausfallen, damit sich eine akzeptable Flächenbelastung ergibt (nicht so ein Kein-Wind-Thermik-Schleicher). Noch am selben Tag war die Konstruktion fertig und die Rippensätze hergestellt. Die Masse, optimiert auf maximale Brettchenausnutzung, ergaben vier Flächenteile à 50 cm länge (das nächste Mal nehm ich 48 oder 49.5 cm…). Die beiden Flächenhälften sollten seitlich am Rumpf zu liegen kommen, also angesteckt und nicht etwa aufgeschraubt oä. werden. Dies vereinfacht die Konstruktion und Befestigung, und verbessert die Aerodynamik. Ausserdem habe ich noch nie so einen Flieger gehabt (der Reiz des Neuen… :-) Also kommt zu dem zwei-Meter Hauptflügel noch ca. 5cm Rumpf und zwei mal 6 cm Randbogen hinzu. So kommt der Haifisch schliesslich auf die 222 cm Spannweite, die er heute misst.

Leitwerk

Das Leitwerk hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht definitiv geplant. Ich konnte mich noch nicht für eine Bauweise entscheiden. Für ein V-Leitwerk sprach die geringere Transportschaden-Anfälligkeit, jedoch habe ich schon mehrere solche gebaut. Auch Aerodynamisch hat es nicht nur Vorteile. Ein T-Leitwerk mit abnehmbarem Höhenleitwerk wäre ebenfalls günstig für den Transport, aber auch hier habe ich schon mehrere davon. Es lässt zudem zusätzliches Gewicht am Heck vermuten, welches ich bei einem reinen Segler nicht einfach mit dem Antriebsakku ausgleichen kann. Das normale Kreuzleitwerk hat ebenfalls einige Nachteile. Zum Beispiel die höhere Transportgefahr und die Konstruktion der “Kreuzungsstelle” zwischen Höhen und Seitenruder. Allerdings habe ich seit dem Ableben des Elektrobat kein solches mehr gehabt.

Zum Glück musste ich mich nicht zu diesem Zeitpunkt entscheiden. Denn auch über die Flächeninhalte der Leitwerksflächen war ich mir noch nicht ganz im Klaren.

Bau

Nach dem Wochenende, als ich Herzogenbuchsee wieder in Richtung Rappi verliess, war der Flügel zu drei Vierteln fertig. Danach folgte eine etwa einmonatige Baupause. Erst als die Modellflugtage mit Sturzi näher rückten baute ich in Windeseile weiter. Parallel wurde nun an Fläche, Rumpf und schliesslich auch am Leitwerk gearbeitet.

Während die Weissleim und Expoxi Klebstellen trockneten und aushärteten, machte die Zeichnung der Rumpfform und des Leitwerks Fortschritte. Aus Einfachheits- und Gefälligkeitsgründen entschied ich mich für ein Kreuzleitewerk. Die Konstruktion vereinfachte ich indem ich die Kreuzungstelle der beiden Klappen eliminiere. So wird auch die Unfallanfälligkeit verkleinert und so die Praxistauglichkeit erhöht. Die Detailkonstruktion von Rumpf und Leitwerk passierte, nachdem Form und Grösse bestimmt hatte, wie bei vielen meiner Flieger erst beim Bau. Manche mögen das gewagt oder unsauber finden aber es funktioniert. Das Leitwerk ist eine Leistenkonstruktion aus 6mm dicken, verschieden harten, Balsaleisten. Die Ruder sind aus 6mm Brettern geschnitzt, gefeilt und geschliffen.

Der Rumpf ist eine, im vorderen Berich bis hinter die Flügel, doppelwandige Balsakastenkonstruktion mit dicken Dreiecksleisten, damit er schön verrundet werden kann. Bei der Flächensteckung ist er zusätzlich mit 3 mm Sperrholz verstärkt. Den gesammten Rumpf mit Leitwerk habe ich in einem einzigen Tag gebaut (Und da spricht noch jemand von Schnellbau-Kasten…).

RC Einbau

Im Rumpf nehmen zwei Microservos Platz (5-min. Epoxy). Die Flächen werden mit je einem C1081 Graupner Servo bestückt, so dass durch den Schlitz in der Bespannfolie nur das winzige Ruderhörnchen rauschaut.

Finish

Schlussendlich bespannte ich den neuen Fleieger (eigentlich nur ungern, die Holzkonstruktion schaute so schön aus) mit gelbem und blauem Oracover “Durchsichtig”. Nur der Rumpf wird mit undurchsichtigem, gelbem Metallic eingekleidet.

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